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Vergisst Stadt den Handel?
Freitag, 23. Juli 2010, 10:01 Uhr

von:

THOMAS HOFFMANN


Kategorie: Startseite, Grenzland, Nettetal

Lobberich. Der neue alte Lobbericher Marktplatz glänzt - in den Augen vieler ist er ein Schmuckstück geworden. Doch die Stadt verändert ihr Gesicht täglich: Baustellen, Umleitungen - es wird investiert, Lobberich macht sich fit für die Zukunft.



Foto: Uli Rentzsch

Doch so ungetrübt ist diese Zukunft nicht. Zu den Plänen der Stadt, sich auch der Fußgängerzone anzunehmen, formiert sich Widerstand. „Im Mai berichteten die Grenzland-Nachrichten, dass auch die obere Hochstraße erneuert werden soll“, erinnert sich ein Anlieger, „wir waren damals alle überrascht.“ Einverstanden mit den Plänen der Stadt sind die Anlieger auch nicht: „Es sollen die gleichen grauen Platten verlegt werden wie am Markt, doch die gefallen uns nicht.“

Hintergrund: Die Stadtwerke müssen in der Straße liegende Versorgungsleitungen erneuern, dann muss ohnehin dort gearbeitet werden. In diesem Zuge - so stellen es sich die Stadtplaner vor - könne die gesamte Fußgängerzone „aufgehübscht“ werden.

Doch die mahnenden Stimmen klingen bereits: „Der Einzelhandel hat es schon schwer genug. Die Bauarbeiten in Lobberich dauern schon ein Jahr. Das hält Kunden ab. Mit einer solchen Maßnahme aber würde nochmal gebaut - mit den üblichen Einbußen.“ Einer stellt gar die entscheidende Frage: „Was haben wir von einer schöneren Fußgängerzone, wenn die Hälfte der Händler pleite ist, wenn sie eingeweiht wird?“

850.000 Euro soll das Projekt kosten, 30 Prozent müssten die Anlieger tragen: 280.000 Euro, kein Pappenstiel.

Doch das ist nicht der Stein des Anstoßes: Das ist der Stein. „Der graue Stein gefällt uns nicht, außerdem ist er unpraktisch“, sagen die Anlieger, die samt und sonders nicht mit Namen erwähnt werden möchten. „Barriere-frei“ soll Lobberichs Fußgängerzone werden. Doch die „Hochstraßler“ sind skeptisch: „Die Steine sind zu groß. Mit einem kleineren Pflaster kann man kleine Erhöhungen meistern - das funktoniert mit den großen nicht.“ So, sind sie sich sicher, käme in ihrer Straße das Gegenteil von Rollstuhl-gerecht heraus.

Dennoch: Das Entscheidende sei, dass der rote Stein schöner und praktischer wäre. „Und wenn die Stadtwerke graben, sollen sie es am Ende auch wieder so herrichten, wie es war.“ Noch eines stört die Anlieger gewaltig. „Offenbar sollen Kirchplatz und Durchgänge - etwa der zum Brockerhof - von dem Projekt ausgenommen werden“, stutzen sie: „Doch welchen Sinn soll das machen?“

Am Mittwoch wollte die Stadt dazu keine Stellung beziehen - die zuständige Dezernentin Susanne Fritzsche war auf Außenterminen.








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